Auszug aus der Ortschronik

 

Auszug aus der Chronik der Stadt Dassel für den Ort Lauenberg

Dieser Ort, im schmalen Tal der Diesse gelegen, ist erst spät entstanden. Er hat seinen Namen erhalten von der Löwenburg(1303 als Levenborch bezeichnet), die schon zur Zeit der Grafen von Dassel vorhanden war. Ihre Reste sind heute noch in dem Burghals zu erkennen. 1399 wird die Löwenburg Verwaltungssitz des welfischen Amtes und Gerichtssitz unter Herzog Otto Cocles

1388

wird Lauenberg erstmalig erwähnt. Ein älteres Dorf, Detemissen (Detenissen), das später wüst wurde, lag nördlich des heutigen Lauenberg an der Stelle wo sich heute der Friedhof befindet. Hier ist also außerhalb des Ortes, die Kirche für das Dorf Lauenberg bis1779 nachzuweisen. Dieses Gotteshaus, St.Peter geweiht wurde von den Templern, einem geistlichen Ritterorden, gegründet, der in Moringen eine größere Niederlassung besaß und von dort aus bis ins mittlere Ilmebecken bis nach Markoldendorf vordrang. Der Orden wurde 1312 von Papst Clemens aufgelöst. Seine Güter wurden verteilt.

1530

Der Amtssitz auf der Löwenburg wird aufgehoben. Das Amt Lauenberg wird mit dem Amt Erichsburg vereinigt.

1539

Diese neue Amt entstand aus dem Bischofsland (1310-1523), der alten Grafschaft Dassel, außerdem aus dem Gebieten um Lüthorst und Portenhagen.

1584

Das neue Amt Erichsburg gehörte zuerst den welfischen Herzögen von Calenberg-Göttingen und nach dem Tod des letzten kinderlosen Herzogs Erich II. den welfischen Herzögen von Wolfenbüttel.

1542

Einführung der Reformation im Ort Lauenberg.

1550

Der Peterskirche in Detemissen wird die Pfarrei in Hilwartshausen zugeteilt, vorher hatte diese zu Dassel gehört. Später wurde sie wieder mit Dassel, für eine Zeit auch mit Sievershausen verbunden, bis sie endlich wieder nach Lauenberg gelegt wurde. Für Relliehausen war bis zum 1. 5. 1879 Lauenberg zuständig, von da ab wird es von Dassel betreut. Ebenso gehörten Hoppensen kirchlich bis 1897 zu Lauen-berg, dann zu Markoldendorf.

1626

Über die Zerstörungen und Plünderungen des Ortes im 30jährigen Krieg ist wenig bekannt geworden, da er für den Truppendurchzug et-was abseits lag. Im Hauptstaatsarchiv Hannover liegt eine Akte des Am-tes Erichsburg über die Schäden der Kriegsjahre 1625/1626 in den Amtsdörfern. Hier wird der Schaden in Lauenberg mit 8080 Thl. ange-geben, zum Vergleich: Mackensen 8051 Thl., Sievershausen aber mit 16750 Thl., Eilensen, das völlig zerstört wurde, mit 13801 Thl., Hilwartshausen 8203 Thl.

1643

Das große Arnt Erichsburg wird aufgelöst, Die alte Grafschaft Dassel wird als Amt Hunnesrück wieder Bischofsland. Lauenberg, halb Hil-wartshausen, das Vorwerk Relliehausen, Lüthorst, Portenhagen und das Dorf Hoppensen bleiben als kleines Amt Erichsburg bei den Welfen.

1689

Die Kopfsteuerbeschreibung (siehe unten)des Amtes Erichsburg von 1689 gibt einen Überblick über die zu dieser Zeit in Lauenberg wohnenden Familien. Die Einwohnerzahl wird darin mit 244 Personen angegeben. Interessant ist, daß die Ehefrauen nicht namentlich genannt sind. Auch nicht in den Fällen, in denen die Männer verstorben waren, und die Frauen den Haushaltsvorstand bildeten

8.6.1714

Hagelunwetter. Die Ernte wird vernichtet.

1725

Die Kirchenbücher von Lauenberg beginnen, zuerst mit Todesfällen und Geburten.

29.11.1742

Bericht und Kostenvoranschlag an das Consistorium zur Erbau-ung einer neuen Kirche im Dorf, da die alte Peterskirche in dem wüsten Dorf Detenissen beschädigt und für die Gemeinde zu klein ist.

1757

Im Siebenjährigen Krieg halten französische Truppen einen Winter lang die Dörfer des Amtes Erichsburg besetzt.

1758

Das Pfarrhaus brennt ab. Erneute Eingabe des Pastors Jahnke an das Consistorium in Hannover wegen des Kirchenneubaus. Die Kirche soll im Dorf neben der Wohnung des Predigers errichtet werden.

1776

Am Eichfast werden 15 Mg. 53 Quadratruthen zu Gartenland kultiviert. Beginn des Neubaus der Kirche

1777

Neubau der Schule

18. 9. 1779

Großbrand im Dorf. Schule, Pfarrhaus, 35 Wohnhäuser und 4 Scheunen brennen ab. Die Kirche, gerade im Aufbau, bleibt verschont.

19.12.1779

Die neue Kirche wird eingeweiht. Der Friedhof bleibt bis heute in Detemissen

23.6.1778

Dienstbeschreibung des Amtes Erichsburg (Namen der Dienstpflichtigen mit den Hausnummern). Danach gab es vor dem großen Brand 68 Wohnhäuser, die 2 Halbmeiern, 2 Viertelmeiern, 33 Vollköt-nern und 31 Halbkötnern gehörten.

1782

werden Hänge am Grubenberg entwaldet und in Ackerkultur genommen.

1793

Flößerei: Auch auf der Diesse wurde Holz aus dem Solling zur Ilme und Leine nach dem Leineschloß in Hannover geflößt (Akten im Stadtarchiv Dassel).

1803

Lauenberg gehört zum Königreich Preußen.

1807-1813

war das Dorf Bestandteil des Königreichs Westphalen (Jerome). Lauenberg gehörte zum Kanton Markoldendorf.

ab 1815

ist Lauenberg als Teil des Amtes Erichsburg-Hunnesrück im Königreich Hannover.

30.12.1844

Entsprechend dem 1831 in Kraft getretenen Ablösungsgesetz wurden 1844 in Lauenberg die Dienstpflichtigen und die Naturaldienstleistenden von ihren Arbeiten gegen eine Geldabgabe endgültig befreit.

1876

Ablösung früherer Berechtigungen der Einwohner an Streulaub und Waldweide.

1886

Verkoppelung oder Separationsrezeß auf einer Fläche von 482,55 ha. Die Weiderechte des Gutes Hoppensen und der Gemeinde Hilwartshausen auf einem Teil der Feldmark werden aufgehoben. Von der Teilung ausgeschlossen und zu Gerneindeeigentum bestimmt werden: Am Burghals die Ruine und ihre Umgebung, der Gemeindeanger, die Lehmkuhle, die Flachsrotten. Zur Feldmark Lauenberg gehören keine Waldflächen, es entsteht daher keine Forstgenossenschaft.

bis 1900

gab es in Lauenberg noch einen Schweinehirten für die Gemeinde.

Siedlungsentwicklung

In Lauenberg sind viele Flüchtlinge aus dem schlesischen Riesengebirge nach dem letzten Kriege seßhaft geworden und haben dem Dorf, das sie mit seiner Umgebung an die Heimat erinnerte, geholfen, sich zu einem Fremdenverkehrsort zu entwickeln. Das konnte aber nur geschehen, wenn es der Gemeinde gelang, den Flüchtlingen geeignete Unterkünfte zu verschaffen. Die Möglichkeiten für neue Siedlungsstätten waren in Lauenberg im engen Diessetal sehr beschränkt. Dagegen war das Areal des wüsten Kirchdorfes Detemissen, das zur Gemarkung von Lauenberg gehört, für die Siedlung geeignet. Die ersten Siedlungsplätze wurden schon vor dem ersten Weltkriege bereitgestellt.
1.

1912

Am Thie

2.

1927

Nördlich Hilwartshäuser Straße

3.

1932/33

Schlackenwiese 1

4.

1938/39

Lönsstraße

5.

1954/55

Tannenkampsweg und zur Kappe

6.

1954/55

Schlackenwiese 2

7.

1965/65

Auf den Döhren

8.

1965

Hansa -Gewerbebetrieb-

9.

1970

Benderweg

10.

1999

Petersland

 
 
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